Der Weg ins Recycling

 


Häufig gestellte Fragen zum Grünen Punkt
(Frequently Asked Questions - FAQ)

1. Was ist das Duale System?
Die Arbeit der Duales System Deutschland AG basiert auf Grundlage der am 12. Juni 1991 in Kraft getretenen Verpackungsverordnung. Die Verordnung wurde 1998 novelliert. Aufgabe des privatwirtschaftlich organisierten Unternehmens ist die Organisation der Sammlung und Sortierung von Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt. Die Entsorgungsdienstleistungen des Dualen Systems werden über das Lizenzzeichen "Der Grüne Punkt" finanziert. Damit sind Handel und Hersteller von der in der Verpackungsverordnung enthaltenen individuellen Rücknahmepflicht für gebrauchte Verpackungen befreit.

2. Welche Verpackungen tragen den Grünen Punkt?
Das Lizenzzeichen "Der Grüne Punkt" kann von Unternehmen genutzt werden, die mit der Duales System Deutschland AG einen Lizenzvertrag über die Nutzung des Zeichens für die in Verkehr gebrachten Verkaufsverpackungen geschlossen haben. Bei einer Beteiligung am Dualen System sind Unternehmen von ihrer individuellen Rücknahme- und Verwertungspflicht freigestellt. Dem Verbraucher zeigt der "Grüne Punkt" an, dass die Sammlung und Sortierung durch Industrie und Handel finanziert wurde.

3. Wie sehen die Sammelsysteme des Dualen Systems aus?
Grundsätzlich kann man zwischen Hol- und Bringsystemen unterscheiden. Das am weitesten verbreitete Sammelsystem ist das Holsystem mit dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne. Darin sammeln die Verbraucher zu Hause die Leichtverpackungen (z. B. Joghurtbecher) mit dem Grünen Punkt. Beim Bringsystem kann der Verbraucher in der Nähe der Haushalte aufgestellte Container zur Wertstoffsammlung nutzen. Auch Glas- und Papierverpackungen werden vielerorts auf diese Weise gesammelt. Ebenfalls in den Bereich der Bringsysteme fallen die Wertstoffhöfe.

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4. Warum gibt es regionale Unterschiede in der Erfassung der Wertstoffe?
Bei dem Aufbau der Wertstofferfassungssysteme muss sich das Duale System - gemäß der Verpackungsverordnung - mit den entsorgungspflichtigen Kommunen abstimmen. Daher gibt es bundesweit verschiedene Sammelsysteme.

5. Was geschieht mit den von den Verbrauchern gesammelten Wertstoffen?
Die Wertstoffsammelgefäße werden von den Entsorgungspartnern des Dualen Systems in regelmäßigen Abständen entleert bzw. abgeholt und zu den Sortieranlagen gebracht:

6. Welche Mengen werden recycelt?
1999 haben die Bundesbürger 5.710.628 Tonnen gebrauchte Verkaufsverpackungen in die Sammelgefäße mit dem Grünen Punkt geworfen. Das entspricht einer Sammelmenge pro Bundesbürger von 77,7 Kilogramm.

7. Wie lassen sich Verpackungen aus Kunststoff recyceln?
Bei der stofflichen Verwertung von gebrauchten Kunststoffverkaufsverpackungen sind werkstoffliche und rohstoffliche Verfahren möglich. Bei den werkstofflichen Verfahren wird das Material zu Regranulat verarbeitet oder durch Pressen direkt zu einem Endprodukt geformt. Die rohstoffliche Verwertung bewirkt eine Umwandlung des Kunststoffs in seine Ausgangsprodukte Öle und Gase.

8. Wie teuer ist der Grüne Punkt für den Bürger?
Wer für 100 Mark einkauft, zahlt 63 Pfennige für das Recycling der Verpackungen. Das gilt für den Inhalt eines durchschnittlichen Warenkorbes, dessen Verpackungen insgesamt ein Kilogramm wiegen. Die Kosten für das Recycling sind seit 1994 konstant. Zum 1.1.1999 wurden sie pauschal um 9,5 Prozent gesenkt.

9. Wie beteiligt sich die Bevölkerung am Dualen System?
Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Mai 1998 trennen 94 Prozent aller Deutschen ihre Abfälle. Das Recycling ist nach ihrer Meinung die mit Abstand beste Art der Müllbehandlung. In einer GfK-Umfrage vom März 1999 sprachen sich mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) für das Sammeln und Recyceln von Abfällen aus. Kaum Akzeptanz besitzen hingegen die Müllverbrennung (17 Prozent) sowie die Deponierung (4 Prozent).

10. Gibt es den Grünen Punkt auch in anderen Ländern?
Auch in Belgien, Luxemburg, Österreich, Frankreich, Irland, Spanien, Portugal, Norwegen und Lettland sind Systeme nach dem Vorbild des Dualen Systems eingerichtet worden. In diesen Ländern sind entsprechende Sammelsysteme aber vielerorts noch im Aufbau.

11. Wer gewährleistet, dass die eingesammelten Wertstoffe auch wirklich recycelt werden?
Die Garantiegeber des Dualen Systems gewährleisten für einen Materialbereich (z. B. Aluminium, Papier, etc.), dass die sortierten Wertstoffe einer Verwertung zugeleitet werden. Sie sorgen dafür, dass die gebrauchten Verpackungen wieder in den Stoffkreislauf zurückfließen und zu Rohstoffen und Recyclingprodukten verarbeitet werden.

 

12. Was sind Trittbrettfahrer?
Als Trittbrettfahrer werden Unternehmen bezeichnet, die keinen finanziellen Beitrag zur Entsorgung ihrer Verpackungen über das Duale System beisteuern und auch selbst keine Verwertung ihrer Verpackungen durchführen. Da die gebrauchten Verpackungen solcher Unternehmen häufig in die Container des Dualen Systems geworfen werden, müssen alle Lizenznehmer des Dualen Systems die Entsorgung hierfür mit bezahlen. Dies führt zu Wettbewerbsverzerrungen.

13. Warum werden die gesammelten Wertstoffe zum Teil ins Ausland gebracht?
Für das Recycling von gesammelten und sortierten Wertstoffen werden vom TÜV und Wirtschaftsprüfern geprüfte Kapazitäten im In- und Ausland genutzt. In den ersten Jahren des Dualen Systems reichten die Recyclingkapazitäten in Deutschland noch nicht aus. Ziel ist es, die Verwertung auf das Inland und die europäischen Nachbarstaaten zu beschränken. Die Kapazitäten dafür werden kontinuierlich ausgebaut. 1997 wurden beispielsweise nur 9 Prozent der Kunststoffe im Ausland verwertet, davon mehr als die Hälfte in Ländern der Europäischen Union.

14. Was hat die Verpackungsverordnung zur Abfallvermeidung beigetragen?
Seit Inkrafttreten der Verpackungsverordnung im Jahr 1991 ist der Verbrauch von Verkaufsverpackungen pro Bundesbürger von 94,7 auf 82,3 Kilogramm im Jahr 1998 gesunken. Ferner zeichnet sich ein Trend zu abfallvermeidenden und recyclingorientierten Verpackungslösungen ab, wie ein Blick in die Verkaufsregale zeigt:

15. Warum wird das Glas erst vom Verbraucher nach Farben getrennt, wenn es bei der Containerleerung doch wieder in einem LKW zusammengeworfen wird?
Auf den ersten Blick scheint es so, als würden alle nach Farben getrennten Glasverpackungen zusammengeschüttet in die Entsorgungsfahrzeuge gelangen. Aber alle LKW, die farblich sortiertes Glas abholen, haben im Innern des Laderaums getrennte Kammern, die separat befüllt werden. Die Entsorger würden sich selbst schaden, wenn sie die Glasfarben wieder vermischten. Während Scherben als Rohstoff für die Wiedergewinnung von grünem Glas relativ hohe Toleranzen an Fehlfarben zulassen, dürfen sie für braunes Glas nur wenig Fremdanteile und für weißes Glas gar nur 0,5 Prozent Grün- oder Braunanteile enthalten. Rund die Hälfte des hergestellten Verpackungsglases wie Flaschen oder Konservenglas ist farblos. Daher ist eine sorgfältige Vorsortierung besonders wichtig.

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© Duales System Deutschland AG,
Frankfurter Straße 720-726, 51145 Köln-Porz-Eil, Telefon: 02203-937-0, Telefax: 02203-937-190

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